Mittwoch, 1. Juli 2026

Bluse Bruna die Zweite für´s Büro

 


 Seit zwölf Jahren lag dieser für mich hübsche Stoff in meinem Bestand und sollte schon damals eine Reverskragenbluse werden. Ein sehr befriedigendes Gefühl, den Plan von damals doch noch umgesetzt zu haben:). Die dazu genähte Hose, ist inzwischen schon zehn Jahre alt und häufig getragen, aber ich passe in diesem Sommer erstmals nicht mehr hinein obwohl sie dank Polyesteranteil noch ganz ordentlich in Schuss ist. Einmal habe ich sie nachfärben müssen, aber das ist für die häufigen Wäschen absolut in Ordnung. 

Die Bluse passt zum Glück auch noch zur Nachfolgehose in kräftigem Orange und zu einer grünen Leinenhose. Da die Klimaanlage in dem schicken Bürogebäude wie immer nicht zuverlässig ihre Dienste tut, kommt die zweite Bruna gerade rechtzeitig. Wobei ich vorhin beim Bügeln leider festgestellt habe, dass in dem Stoff auch etwas Polyester enthalten ist. Das erklärt, warum der Stoff seinerzeit auf dem Stoffmarkt so günstig war... Aber das Muster und die Farben gefallen mir immer noch sehr. Das Muster ist romantisch angehaucht, was man aber von der Ferne gar nicht deutlich sieht und genau das mag ich für diesen klassischen Schnitt und den Versendungszweck der Bluse sehr. 

 Es folgt noch ein Verarbeitungsdetail, nämlich das Einkräuseln der Ärmel:

 

 

 Hier könnt ihr sehen, das ich den Ärmel nur vereinfacht eingekräuselt habe. Ich habe mit der größten Stichlänge 0,5 cm vom Rand entfernt gemütlich gesteppt, den Bereich um die Ärmelseitennaht habe ich natürlich nicht eingekräuselt. Der Ärmel ließ sich auch so vereinfacht eingekräuselt gut einsetzen. Sollte es eine weitere Bruna geben, werde ich das gleich so machen.

Die Kragenansatznaht wurde wieder mit einem Schrägstreifen eingefasst, die Knöpfe stammen aus dem Bestand. Den inneren Besatz habe ich gestückelt und so ein größeres Stück Reststoff erhalten.  Ein paar Tragebilder folgen noch:


 Vielen Dank an die Gestalterinnen des Me Made Mittwoch und an meine Fotografin! Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen Sommer! 
 


 

Mittwoch, 3. Juni 2026

Bluse Bruna La Maison Victor März/April 2018

Es ist schön, im Frühling eine Bluse für den Sommer zu nähen. Schon letztes Jahr wollte ich aus einem ausgefallenen Stoff, der zu einer bereits vorhandenen Hose passt, eine Bluse für´s Büro nähen. Ich nähte das Schnittmuster letzte Jahr zunächst Probe und fertigte dafür ein Schlafanzugoberteil aus Batist und dann ein weiteres  Schlafanzugoberteil aus reiner Baumwollpopeline. Der Schnitt passte mir auf Anhieb ohne weitere Änderungen sehr gut. Da ich Schlafanzüge bequem haben möchte, gab ich an den Seitennähten der Ärmel und des Vorder- und Rückenteils jeweils 1cm zusätzlich hinzu. (Es schläft sich gut darin.) Für die Bluse heute verzichtete ich auf die zusätzlichen Zugaben. Das Schnittmuster fällt im Schulterbereich und rund um das Halsloch schmaler aus, als die üblichen Burdaschnittmuster dies tun. Bei Burda muss ich im Schulter- und Halslochbereich immer ändern (Schulter schmaler machen, hinteres Halsloch schmaler machen), bei diesem LMV Schnitt nicht. 



Ich habe schmale Arme, der Ärmel fällt meiner Meinung nach auch eher schmaler oder normal aus. Bei kräftigen Oberarmen würde ich die Oberarmweite unbedingt prüfen! Insgesamt fällt für mich der Schnitt luftig locker, aber nicht sackig aus. Das ist genau das, was frau im Büro bei 28 Grad und empfindlichem Nacken braucht;). 

Es gibt eine Bilderanleitung mit technischen Zeichnungen, wie die Bluse zu nähen ist, aber an einem Punkt ist die Anleitung nicht einfach zu verstehen. Meiner Meinung nach muss an der Stelle, wo die Nähte nicht mehr auf den Beleg gesteppt werden, sondern auf dem Werkstück abgesteppt werden soll, die Nahtzugabe vorher vorsichtig eingeschnitten werden, weil man ansonsten die Nahtzugabe nicht in die andere Richtung legen kann. 

Fehler im Schnittmuster habe ich keine festgestellt😊. Die Teile passen alle sauber aufeinander, nur der rechte Winkel an der Seitennaht des Ärmels unter der Achsel ist für meinen Geschmack ein bisschen unsauber gezeichnet, das habe ich für mich korrigiert. Der Kragen passt ordentlich an das Halsloch, die Belege passen an die Vorderteile. Die Belege sind kürzer als die Vorderteile, damit der Saum nicht doppelt eingeschlagen werden muss! Die Ärmel passen eingehalten schön in die Armlöcher, hier muss man auch noch einmal etwas aufpassen. Aber der Ärmel hat eine moderate Mehrweite, die sich meiner Meinung nach gut einhalten lässt. Insgesamt macht das Nähen so wirklich Freude.

Bei der Kragenverarbeitung bin ich von der Anleitung abgewichen. Da es keinen rückwärtigen Beleg gibt, habe ich die offenen Kanten des Kragens mit Schrägstreifen eingefasst. Das Einfassen geht bei den von mir verwendeten leichten bis mittelschweren Stoffen noch gut. Man hätte sich aber auch selbst einen rückwärtigen Beleg fertigen können.

 Der beste Moment ist für mich immer dieser, wenn der Kragen perfekt an die Bluse angenäht und die Belege verstürzt sind. Dann ist das Schwierigste geschafft und man kann die kommenden Arbeitsschritte auch mit etwas weniger Konzentration und Energie gut erledigen.


 

Ich habe vor, noch weitere Blusen nach diesem Schnitt zu fertigen, da er für mich so gut passt und je nach Stoff sehr wandelbar ist. Der Schnitt passt in die Freizeit, aber auch ins Büro. 

Als witziges Detail habe ich diesmal kleine Blümchenknöpfe angenäht, die ich noch im Vorrat hatte und die farblich perfekt passen. Und es wurden diesmal sechs kleine Knöpfchen und nicht fünf Knöpfe wie in der Anleitung vorgegeben an die Bluse angebracht. Genäht habe ich Größe 40, ich komme mit den Angaben der Maßtabelle gut hin. Die weiteste Stelle meines Körpers habe ich an meiner Hüfte. Die hätte noch einen Tick Mehrweite vertragen können. 

Ein Foto an der Frau darf auch nicht fehlen.

Schließlich ist heute MeMadeMittwoch und wie will man sonst das Schnittmuster beurteilen? Ich bedanke mich bei den Gestalterinnen des MeMadeMittwochs und bei meiner tüchtigen Fotografin. Die Bluse ist noch nicht richtig gebügelt, die Heftfäden sind zum Teil noch vorhanden, aber die Passform lässt sich beurteilen und der Post ist pünktlich fertig gestellt.







Die Brusttasche ist kaum zu erkennen;).
Nun kann der Sommer kommen.



 

Mittwoch, 6. Mai 2026

Die gelbe Steppjacke, burda style 9/2018, Modell 105/104

 Seit einigen Jahren begleitet mich in der Übergangszeit meine gelbe Steppjacke. Sie zu fertigen war etwas abenteuerlich. Das Abenteuer begann mit dem Kauf des Steppstoffes, der am Ende eines Winters ordentlich reduziert worden war und um den ich monatelang vorher herumgeschlichen war. (Zu einer Zeit als es noch einen Karstadt und dort eine Stoffabteilung gab.) Ich kaufte eigentlich wirklich ausreichend Stoff, übersah aber, dass dieser Steppstoff nur 1,30m breit lag und dieser zusätzlich am Rand ein Stückchen mit einer breiteren Absteppung besaß, sodass auch die 1,30 m Breite nicht vollständig genutzt werden konnte. Das führte dazu, dass ich die Ärmel quer zum Fadenlauf zuschnitt, die Bündchen an die Ärmel anstückelte und für die Vorderteile einen falschen Saum fertigte, damit ich die von mir angestrebte Jackenlänge heraus bekam. Es sind nur ganz wenige Stoffreste übrig geblieben.








Das Schnittmuster funktionierte für mich einwandfrei. Ich führte die für mich bei burda üblichen Änderungen (Schulter verschmälern, Armloch vertiefen, Rückenlänge zugeben, Ärmel um 4 cm kürzen, ich habe kurze Arme) durch und kam damit sehr gut zurecht. Es sind mir keine Fehler beim Schnitt aufgefallen. Die von mir gewählte Jackenlänge führte allerdings dazu, dass die Taschenbeutel (übernommen von Modell 104) unten am Saum herausschauten. Ich kürzte die Taschenbeutel ein wenig und fixierte diese mit der Hand in den abgesteppten Linien, sodass sie auch bei Bewegung nicht hervorblitzen können. Die Jacke ist erstaunlich warm, es passt noch ein Pullover drunter, die Ärmel sind ausreichend weit. Gefüttert wird die Jacke nicht. Was bei dem von mir gewählten Stoff auch kein Problem darstellt, da die Innenseite des Stoffes ebenfalls rutschig ist. Die Taillierung habe ich nicht genau von burda übernommen, sondern an mir selbst abgesteckt. Sie wird erzielt, indem mittels eines innen angenähten Bandes zwei Tunnel für zwei Gummizüge geschaffen werden. 





Ich bedanke mich bei den Gestalterinnen des Me Made Mittwoch und bei meiner engagierten Fotografin. Weitere gut gekleidete Menschen findet ihr hier auf dem virtuellen Laufsteg.

Mittwoch, 1. April 2026

Modische Jacke für den Herbst; Kürbisjacke mit Bananenärmeln



Die größte Herausforderung beim Nähen finde ich, ist es, das Schnittmuster anzupassen an die eigene Figur. Ich für mich habe festgestellt, dass ich Kleidung nicht trage, die meinen Ansprüchen an die Passform nicht entspricht.

Meine jüngere Tochter hatte sich eine sehr moderne Jacke gekauft, in die ich zum Spaß hineingeschlüpft bin. Ich fand die Passform gut, der V-Ausschnitt, der winzige angeschnittene Stehkragen und die Ballonärmel gefielen mir. Also borgte ich mir die Jacke aus und machte mich mit Bauplane und Edding ans Werk, um das Schnittmuster abzunehmen. 




Bis auf die Ärmel ging das gut, denn bei den Ärmeln habe ich die dahinter liegenden Konstruktion noch nicht wirklich verstanden und darauf vertraut, dass bei dem Walkstoff aufgrund der Dehnbarkeit ein bisschen Ungenauigkeit nicht auffällt. Das hat sehr gut funktioniert und ich bin sehr zufrieden mit meiner Jacke.








 Im Büro und bei Ausflügen kann ich sie schnell an- und ausziehen. Die Jacke ergänzt eine bereits vorhandene gut erhaltene Kaufhose und ergibt ein stimmiges Outfit.





 Dem rückwärtigen Ausschnitt habe ich einen Beleg spendiert, die vorderen Ausschnittkanten und die Saumkanten sind nur mit Stickgarn und einem nicht zu dichten Zick-Zack-Stich versäubert. Das Projekt hat sehr viel Spaß gemacht, weil ich die einfache Verarbeitung und meine eigenen Ideen, wie ich was nähen möchte, genossen habe. Die Jacke ist ungefüttert und wurde den ganzen Winter über viel getragen. Sie ersetzt ein aussortiertes Stück. 

Bilder an der Frau gibt es nun auch. Herzlichen Dank an die Fotografin! Das Schnittmuster hatte ich in einem Flow gleich auf Pappe aufgeklebt und die Nahtzugaben angezeichnet, da ich mir eigentlich noch eine zweite Jacke dieser Art nähen wollte;). Aber jetzt darf es erst einmal Frühling werden! 

Vielen Dank an das Team vom Me Made Mittwoch, das den virtuellen Laufsteg ermöglicht! Weitere gut gekleidete Frauen und Männer findet ihr hier: Me Made Mittwoch    

Samstag, 21. März 2026

Handschuhe, die nach Ostern aussehen

Ich habe mich von Elke hier und ihrem Restefest inspirieren lassen. Heute stelle ich euch Osterhandschuhe vor nach einem kostenlosen Schnittmuster von Pattydoo. Ich hatte diese Handschuhe bereits probegenäht aus Fleeceresten. Das Schnittmuster passt mir von der Größe her (ich habe kleine, zierliche Hände, unbedingt testen, ob euch die Länge für die Finger ausreicht!), aber das Fleece besteht zu 100 aus Polyester und wärmt im richtigen Winter für mich nicht ausreichend. Nachdem meine Hände also den halben Winter in dem Plastik gefroren haben, beschloss ich auch wenn inzwischen Frühling ist, animiert durch das Restefest, endlich warme Handschuhe zu nähen.😊



Ihr seht, dass ich den Jerseyrest wirklich gut genutzt habe. Da die Schnittmusterteile die Nahtzugabe schon enthalten, kann man die Schnittteile ganz dicht nebeneinander auflegen.
Auch die Walkreste habe ich gut nutzen können. Mein Walk ist relativ dick. Noch dicker sollte er nicht sein, damit ihr den Daumen noch gut bewegen könnt. Nächsten Winter frieren meine Finger nicht mehr! Ich habe gleich noch ein zweites Paar zugeschnitten und genäht, damit ein bisschen Vorrat ist und die Reste noch ein bisschen weniger werden. Wo ich gerade so schön in Übung bin.

Montag, 16. März 2026

Bezug für Kuschelkissen aus Resten

Elke vom Blog valomea veranstaltet eine Resteparty. Ich habe mich inspirieren lassen und ein Stück Stoff aus meiner Restekiste gezogen. Der Bezug wird benötigt und der Stoff gefällt der Besitzerin des Kissens.

Die Ausgangslage war folgende:

Man sieht das Schnittmusterpapier an der Seite des Stoffstückes hervorschauen. Das Stoffstück ist zu schmal. In der Länge (siehe Schere) war noch Stoff übrig, also schnitt ich zwei Stoffstreifen ab, teilte den einen in zwei Stücke, damit ein größeres langes Stück in die Mitte gelangt und nicht die Naht, an der die Streifen zusammengesetzt wurden einem in der Mitte direkt ins Auge springt. (Ich stelle fest, dass es beim Zusammensetzen von Stoffstücken einer anderen Logik bedarf als beim reinen Bekleidungsnähen. Es gefällt mir, in eine für mich neue Richtung zu denken:).)


Leider ist der eingesetzte Streifen nicht perfekt in der Mitte gelandet, aber das stört nicht und ich habe etwas gelernt. Und es sind wirklich nur noch Schnipsel übrig geblieben. Das freut mich. 

Sonntag, 1. März 2026

Die Strickjacke hat endlich Knöpfe bekommen.

 Die Strickjacke hat endlich Knöpfe bekommen! 

Stefanie von "Kraut und Kleid" hier und Miriam hier veranstalteten vom 1.2- bis 28.2.2026 einen UFO- Sew-Along. Ich hatte seit letzten August eine unfertige Strickjacke herumliegen und befinde mich seit Mitte Dezember letzten Jahres in einem absoluten Motivationstief, was meine kreativen Hobbies anbelangt. 

Motiviert durch den Sew Along habe ich tatsächlich am ersten Februar die Jacke aus der Plastikverpackung befreit und auf dem Bügelbrett ausgebreitet. Mensch, komm, wenn du die Position des ersten und des letzten Druckknopfes heute festlegst, dann wirst du es wohl schaffen innerhalb von vier ganzen Wochen die 16 Druckknopfteile anzunähen. Das habe ich nun mit einem Tag Verspätung geschafft. Ich dachte doch tatsächlich, dass heute der 28. Februar sei und ärgere mich ordentlich über mich selbst. 

Ich bedanke mich ganz herzlich bei allen Mitnäherinnen, denn ohne ihre Motivation und große Freude an der Fertigstellung ihrer teils sehr anspruchsvollen Werke, wäre die Jacke sicher immer noch nicht fertig. Danke an Stefanie, danke an Miriam und danke an Alexandra! So sah die Jacke Anfang Februar aus. Der oberste Druckknopf angenäht, die nächste Druckknopfposition markiert: 

Am ersten März ist das Dauer-UFO endlich gelandet! Ich freue mich, dass diese Strickjacke nun endlich fertig ist. Wenn der nächste Herbst vor der Tür steht, werde ich mir damit den Einstieg in die kältere Jahreszeit versüßen😊.





 Warum war das Annähen der Druckknöpfe so langwierig? Sie sind ziemlich filigran und haben acht Ösen, beziehungsweise vier Ösenpaare. Es passt nicht jede Nähnadel hindurch, ich habe nach einigem Probieren eine sehr dünne gefunden. In den relativ großen Maschen der Strickjacke ist nicht so viel Festigkeit, da muss man genau schauen, dass der Faden dennoch Halt findet. Dadurch, dass die Ösenpaare so dicht beieinander liegen, hat man auch nicht viel Spiel zum Annähen, es ist also ziemlich anstrengend gewesen, aber zum Schluss, ging es relativ flott😊. Ich bin jetzt wirklich froh, die Jacke tragen zu können!




Bluse Bruna die Zweite für´s Büro

   Seit zwölf Jahren lag dieser für mich hübsche Stoff in meinem Bestand und sollte schon damals eine Reverskragenbluse werden. Ein sehr bef...