Seit einigen Jahren begleitet mich in der Übergangszeit meine gelbe Steppjacke. Sie zu fertigen war etwas abenteuerlich. Das Abenteuer begann mit dem Kauf des Steppstoffes, der am Ende eines Winters ordentlich reduziert worden war und um den ich monatelang vorher herumgeschlichen war. (Zu einer Zeit als es noch einen Karstadt und dort eine Stoffabteilung gab.) Ich kaufte eigentlich wirklich ausreichend Stoff, übersah aber, dass dieser Steppstoff nur 1,30m breit lag und dieser zusätzlich am Rand ein Stückchen mit einer breiteren Absteppung besaß, sodass auch die 1,30 m Breite nicht vollständig genutzt werden konnte. Das führte dazu, dass ich die Ärmel quer zum Fadenlauf zuschnitt, die Bündchen an die Ärmel anstückelte und für die Vorderteile einen falschen Saum fertigte, damit ich die von mir angestrebte Jackenlänge heraus bekam. Es sind nur ganz wenige Stoffreste übrig geblieben.

Das Schnittmuster funktionierte für mich einwandfrei. Ich führte die für mich bei burda üblichen Änderungen (Schulter verschmälern, Armloch vertiefen, Rückenlänge zugeben, Ärmel um 4 cm kürzen, ich habe kurze Arme) durch und kam damit sehr gut zurecht. Es sind mir keine Fehler beim Schnitt aufgefallen. Die von mir gewählte Jackenlänge führte allerdings dazu, dass die Taschenbeutel (übernommen von Modell 104) unten am Saum herausschauten. Ich kürzte die Taschenbeutel ein wenig und fixierte diese mit der Hand in den abgesteppten Linien, sodass sie auch bei Bewegung nicht hervorblitzen können. Die Jacke ist erstaunlich warm, es passt noch ein Pullover drunter, die Ärmel sind ausreichend weit. Gefüttert wird die Jacke nicht. Was bei dem von mir gewählten Stoff auch kein Problem darstellt, da die Innenseite des Stoffes ebenfalls rutschig ist. Die Taillierung habe ich nicht genau von burda übernommen, sondern an mir selbst abgesteckt. Sie wird erzielt, indem mittels eines innen angenähten Bandes zwei Tunnel für zwei Gummizüge geschaffen werden.
Ich bedanke mich bei den Gestalterinnen des Me Made Mittwoch und bei meiner engagierten Fotografin. Weitere gut gekleidete Menschen findet ihr hier auf dem virtuellen Laufsteg.






Wow, ein tolles Projekt, das sich sehr geglückt anhört. Kaum Reste, Passform gut, Taille an der richtigen Stelle, Taschen fix - das klappt bei mir nicht immer :) Viel Freude in der gut sichtbaren Jacke!
AntwortenLöschenGrüße, Tina
Lieben Dank Tina, für deinen sehr wertschätzenden Kommentar! Ich lese schon lange deinen Blog und bewundere ganz besonders deine Hosenparade. Herzliche Grüße Angela
LöschenOh, das freut mich aber sehr! Es werden auch mal wieder Hosen folgen ;)
LöschenEin wunderbarer Farbtupfer in den meist grauen Wintertagen. Danke für deine Beschreibungen zur Anpassung und der insgesamten Bewertung des Schnittmusters. Das ist für alle Nachahmer ja immer nicht ganz unrelevant. LG Birgit
AntwortenLöschenDanke dir Birgit, ich kann mich heute noch an deine tolle gelbe Frühlingskombi erinnern die du vor oder vorvorletztes Jahr beim Me Made Mittwoch vorstelltest, du bist immer sehr stylish unterwegs, was ich bewundere, da ich nicht so mutig bin, gleich den neuen Trends zu folgen. Es freut mich, wenn du aus meiner Schnittmusterbeschreibung Nutzen ziehen kannst, denn ich möchte mit meinem Blog auch für andere Näherinnen einen Mehrwert bieten, habe ich selbst aus Blogs doch so viel mitnehmen können. Liebe Grüße Angela
LöschenEine wirklich schöne Jacke! Steppstoff finde ich sehr schwierig in der Verarbeitung und die ist dir wirklich gut geglückt. Mit meinen bisherigen Versuchen bin ich da noch so gar nicht glücklich.
AntwortenLöschenLG Miriam
Dankeschön Miriam! Ja, Steppstoff ist etwas anspruchsvoller und um einiges zeitaufwändiger, aber nicht unbedingt schwierig zu verarbeiten. Ich bin mir sicher, dass es dir auch gelingen wird, ihn zu bändigen. (Ich habe mir beim Nähen der Jacke auch Zeit gelassen und immer wieder andere Projekte dazwischen geschoben, wenn ich von der Jacke genervt war.) Liebe Grüße Angela
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